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Von der Schachtanlage zum ZukunftsZentrumZollverein

Ende des 19. Jahrhunderts: Die Wirtschaft boomt, die Industrie wächst und der Bedarf an Kohle steigt. Bereits seit 1851 fördert die Zollverein-Gründungsanlage 1/2 in Essen-Stoppenberg Steinkohle, seit 1882 läuft Schacht 3 in Essen-Schonnebeck. Um an die steil gelagerten Kohleflöze unter Essen-Katernberg zu gelangen, wird ab 1891 Schacht 4 abgeteuft – zwei Jahre später nehmen rund 2900 Arbeiter die Förderung auf.

1893: Bau der Kohlenseparation Schacht 4. Quelle: Rheinisch Westfälisches Wirtschaftsarchiv Köln.

Zeche Zollverein Schacht 4/5/11

Dem Bau von Schacht 4 ging ein Handel mit der katholischen St. Joseph-Gemeinde voraus: Die Kirche besaß das 17.000 m² große Gelände der späteren Schachtanlage und plante dort einen Friedhof. Mit 20.000 Mark und einem Ersatzgrundstück entschädigte die Zeche Zollverein die Gemeinde und kaufte das Gelände.

Bergleute in der steilen Lagerung. Quelle: Zeche Zollverein e.V.

Unter einer 129 Meter dicken Schicht Mergel lag der so genannte „Gelsenkirchener Sattel“, in dem Kohlenflöze und Gestein nahezu senkrecht aufgefaltet waren. Die steile Lagerung brachte den Bergmännern den Vorteil, dass die herausgebrochene Kohle über Metallrutschen fast von allein in die Förderwagen fiel. Gleichzeitig entstanden aber viel gesundheitsschädlicher Staub und Dreck. 1894 wurden der Wetterschacht 5 abgeteuft und eine Kohlenwäsche gebaut, 1895 folgte der Bau einer Kokerei.

Modernisierung in den 1920er Jahren

Unter der Regie der Phönix AG wurde in den 1920er Jahren die inzwischen stark renovierungsbedürftige Zeche für rund 1,3 Millionen Mark vergrößert und modernisiert. Dazu gehörte 1922 die Abteufung eines neuen Schachtes mit Doppelförderung (Schacht 11), durch den ab 1928 die maximale Fördermenge pro Tag auf 4.000 Tonnen verwertbare Kohle gesteigert werden konnte. Außerdem wurden Werkstätten, ein Verwaltungsgebäude mit Lohnhalle, eine Waschkaue und ein Fördermaschinenhaus errichtet.

Der Strukturwandel beginnt

Verwaltungsgebäude (1920).

Während die Schachtanlage 4/5/11 modernisiert wurde, begann gleichzeitig durch die wachsende Konkurrenz im Energie- und Stahlbereich die erste große Phase des Zechensterbens. Um konkurrenzfähig zu bleiben, wurde der Bau eines Zentralschachts beschlossen, der in bisher nicht gekannten Dimensionen die gesamte Zollverein-Tagesförderung heben und aufbereiten sollte. Die Förderung an Schacht 12 (heute Weltkulturerbe) wurde 1932 aufgenommen – gleichzeitig wurde die Förderung an den alten Schachtanlagen eingestellt. An Schacht 4/5/11 wurde die abgebaute Kohle fortan nur noch unterirdisch zu Schacht 12 transportiert. Die Kokerei wurde abgerissen, der Wetterschacht 5 abgebrochen und verfüllt.

Schächte 4 und 11 um 1930. Quelle: Walter Buschmann, Rheinische Industriekultur e.V.

Stilllegung 1967

In den 1960er-Jahren wurde der Steinkohlebergbau mit dem Einsatz großer Maschinen weiter rationalisiert – ein Vorhaben, das am Schacht 4/11 durch die steile Lagerung der Kohle scheiterte: Schrämlader und Kohlehobel ließen sich an steilen Flözen nicht einsetzen. Zum 30. Juni 1967 wurde die Stilllegung von Zollverein Schacht 4/11 angekündigt. Schacht 4 wurde im gleichen Jahr verfüllt, Schacht 11 blieb noch bis 1991 als Wetterschacht erhalten. 1.059 Arbeiter und Angestellte waren von der Stilllegung betroffen, für sie wurde ein Sozialplan erarbeitet.

Das Gelände und die Zechengebäude wurden zur zentralen Ausbildungsstätte der Ruhrkohle AG. Das Unternehmen errichtete eine Lehrlingswerkstatt, in der gleichzeitig bis zu 1.100 Lehrlinge in den verschiedenen Bergbauberufen wie Grubenschlosser oder -elektriker ausgebildet werden konnten. 1994 schloss das Ausbildungszentrum.

Triple Z wird dritter Nutzer des Zechen-Ensembles

Das Prüfstand-Gebäude 1998.

Der Essener Stadtteil Katernberg litt besonders unter dem wirtschaftlichen Strukturwandel des Ruhrgebiets: Das Zechen- und Kokereisterben kostete allein dort mehr als 10.000 Arbeitsplätze. Um Konzepte zum Abbau der Arbeitslosigkeit zu schaffen, entstand Anfang der 1990er Jahre das Bündnis „Essener Konsens“. Das informelle Netzwerk von Verantwortungsträgern aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung entwickelte 1995 die Idee für ein Zentrum zur Förderung von Existenzgründungen. Als Standort wurden die leerstehenden Gebäude der ehemaligen Schachtanlage 4/5/11 gewählt, die zu diesem Zeitpunkt von allen Versorgungsleitungen abgeschnitten und durch Vandalismus beschädigt waren. Bereits 1996 gründete sich die Triple Z AG als Betreibergesellschaft und die Sanierung begann.

Seine heutige Größe erreichte das Triple Z im Jahr 2007 mit dem Abschluss des vierten Bauabschnitts im Prüfstand-Gebäude. Mit Fertigstellung jedes Bauabschnitts stieg die Zahl der neuen Unternehmen – und somit die Zahl der Arbeitsplätze – sprungartig an. Derzeit sind rund 100 Firmen mit rund 600 Mitarbeitern ansässig.

2018-03-08T10:36:23+00:0017.01.2018|Historie & Entwicklung|