Zollverein XII lag im Dunst – auf Triple Z strahlte die Sonne. Als am 22. Mai Aufsichtsratschef Werner Dieker und Vorstandsvorsitzender Dirk Otto gemeinsam den Startschuss zum Ballonfest und damit zum SchachtZeichen-Projekt auf Triple Z gaben, passte wirklich alles: die Gäste waren in Feierlaune, die Würstchen aus dem Hause Kanne Lohni perfekt gegrillt und die Mini-SchachtZeichen-Luftballons startklar für den Weitflug-Wettbewerb.

Die Protagonisten des Tages gleichwohl waren andere: Groß, gelb und stets bereit, bis auf 80 Meter aufzusteigen, erinnerten gleich zwei SchachtZeichen-Ballone neun Tage lang an die Bergbau-Vergangenheit der Schachtanlage Zollverein 4/5/11, dem heutigen Triple Z-Gelände.

Möglich gemacht hatten dies insgesamt 32 Ballonpaten – Unternehmen aus dem Gründerzentrum sowie benachbarte Firmen. Für Bewachung und sichere Unterbringung sorgte beispielsweise die Franz Schulte GmbH, die zum Ballonfest am 22. Mai gleich noch einen draufsetzte – und die Gäste auf die firmeneigene Dachterrasse einlud, von wo aus auch die SchachtZeichen im Umland gut beobachtet oder zumindest erahnt werden konnten. Wie gesagt: Das Weltkulturerbe selbst präsentierte sich an diesem Tag eher leicht umwölkt.

Den kleinen Besuchern des Ballonfestes allerdings war das völlig gleich. Sie hatten längst ihre eigenen kleinen SchachtZeichen gebastelt – inklusive Winde zum Auf- und Ablassen des Ballons. Und wer die Treppen hinauf zur Schulte’schen Terrasse scheute, stieg eben aufs Leihfahrrad und erkundete die Raderlebnis Route Nord und die angrenzende Halde auf dem Drahtesel.

Geradezu andächtig still gingen im Vergleich zum Ballonfest dagegen die NachtSchachtZeichen vom 24. auf den 25. Mai auf Triple Z über die Bühne. Strahlend gelb erleuchtet erhoben sich die beiden Ballone in dieser Nacht in den Himmel und wurden vor allem von abendlichen Halden-Spaziergängern bestaunt.

Dass die beiden SchachtZeichen überhaupt aufsteigen konnten, war allerdings reine Glückssache: Heftiger Wind hatte am 24. Mai beide Triple Z-Ballone beschädigt; die Aktion wurde zunächst abgesagt. Noch im Laufe des Nachmittages konnte die RUHR.2010 jedoch zwei neue Ballone liefern. Und die hielten dann auch bis zum Ende der Aktion am 30. Mai tapfer durch – beleuchtet und unbeleuchtet.