Auf der Galerie der Lohnhalle ist bis zum Sommer eine neue Ausstellung zu sehen. Die Essenerin Renate Kampschulte zeigt Schwarz-Weiß-Fotografien aus der ehemaligen Kohlenwäsche des UNESCO-Welterbes Zollverein. Dort wurde zur Zechenzeit die Rohkohle von Steinen getrennt und nach Größe sortiert. Die Fotografien sind 2008 entstanden, bevor die Kohlenwäsche zur Ausstellungsfläche des Ruhr Museums wurde.

Die Fotografien von Renate Kampschulte zeigen die technischen Details und Apparaturen des Zechenbetriebs. „Ihrer damaligen Bestimmung enthoben, sind sie noch zu gut erhalten, als dass man sie entsorgen würde – sie sind stumme Zeitzeugen und als solche einfach nur noch da.“

Alle Fotografien wurden mit einer Analogkamera aufgenommen und im eigenen Labor entwickelt. „Damit gibt die Ausstellung auch Einblicke in Darstellungsformen einer Fotografie, die durch die technischen Errungenschaften der Digitalisierung in eine Nische gerückt ist“, erklärt Renate Kampschulte. Die Ausstellungsstücke können auf Wunsch erworben werden.

Renate Kampschulte beschäftigt sich bereits seit den 1970er Jahren mit Schwarz-Weiß-Fotografie. Autodidaktisch und in zahlreichen Workshops und Weiterbildungsmaßnahmen hat sie das nötige Handwerkszeug gelernt – von der Bildaufnahme über die Filmentwicklung bis zum sogenannten Fine-print, dem professionellen Abzug auf hochwertigem Papier.