Immer auf der Suche nach neuen Ideen, Trends und Geschäftsmodellen ist das Team von Kolumbus. Die Innovationsmanager Andreas Vieth, Hartmut Conrad, Manuel Woste und Sebastian Seitz halten stets Ausschau nach innovativen Ideen mit Potenzial. Nach zwei Jahren im Prüfstand des Triple Z lichtet das Team nun den Anker und zieht weiter.

Hartmut Conrad von Kolumbus im Workshop.

2018 haben sich die Stadtwerke Bochum, Gelsenwasser, DEW21 aus Dortmund und das Systemhaus rku.it aus Herne auf eine gemeinsame Entdeckungsreise gemacht, um innovative Ideen zu finden und Trends aufzuspüren. Daraus entwickelt das Team neue Geschäftsmodelle: „Einerseits sind die vier Unternehmen Nachbarn, andererseits aber auch Wettbewerber. Dass sie sich unternehmensübergreifend für Innovationen zusammenschließen, Synergien schaffen, Entwicklungspotenzial gemeinsam nutzen und damit Geschäftsfelder zukunftsfähig machen, das ist einzigartig,“ erklärt Conrad das Alleinstellungsmerkmal von Kolumbus.
Für die „Innovation in Kooperation“ wurde je ein Mitarbeiter entsandt. Jeder bringt dabei andere Kompetenzen und Erfahrungen mit; die unterschiedlichen Perspektiven helfen dabei, Ideen zu bewerten.
Um ungestört von Alltagsaufgaben an den Projekten arbeiten zu können, wurde bewusst ein Büro abseits der Konzernstrukturen und auf „neutralem“ Essener Gebiet gewählt. „Wir sind völlig frei vom Kirchturmdenken, das so oft im Ruhrgebiet noch vorherrscht. Wir sind da, wo es gute Partner, Hochschulen, eine spannende Startup-Szene, interessante Netzwerke und vor allem gute Ideen gibt“, so Hartmut Conrad.

Motor für Innovation

Anders als der gemächliche Segler von Christoph Kolumbus arbeitet dieses Kolumbus-Team schnell und agil. Statt langer Projektzyklen und Grundsatzdiskussionen, die in Konzernen viele Ideen im Keim ersticken lassen, lautet die Devise „#einfachmachen“: Ideen sollen schnell in Pilotprojekten getestet und ausprobiert werden; trial and error – ein Mindset wie in einem Startup. Kolumbus habe den Auftrag, die Themen in die Häuser zu bringen, dort bis zur Umsetzung weiterzuverfolgen. „Innovationen muss man erklären und anbieten.“

Von der Idee zum Produkt

Aktuelle Themen finden sie auf Konferenzen, im Netzwerkaustausch hier bei uns im Ruhrgebiet, in Hochschulen und Medien. Bei der Bewertung der Ideen liegt der Fokus darauf, was ein zukünftiges Geschäftsmodell für die vier Unternehmen sein könnte: „Wir betreiben kundenorientierte Entwicklung. Jede Idee muss einen klaren Nutzen haben. Das Potenzial finden wir dann mit einem Pilotprojekt heraus,“ erklärt Andreas Vieth das Vorgehen. Gemeinsam mit den Fachabteilungen der Häuser und externen Partnern werden die Ideen im Pilotprojekt getestet und zur (Produkt-)Reife weiterentwickelt. So entsteht in einem konzentrierten, kurzen Zeitraum das optimale Produkt. Dieses wird nach dem Pilotprojekt an die Fachabteilungen übergeben, die es dann im Regelbetrieb nutzen können.
Viel Austausch bringt auch das Netzwerk – so sind auch auf dem Triple Z-Campus Kooperationen entstanden – beispielsweise mit dem Tec-Startup Intrapore. „Wir bringen die richtigen Menschen zusammen und beschleunigen dadurch Innovation“, so Andreas Vieth.

Potenzialschöpfung und Lerneffekte

Ein erfolgreiches Pilotprojekt war der digitale Hausanschluss: Kolumbus wurde auf eine App aufmerksam, mit der man die Lage von verlegten Kabeln zwischen Straße und Hausanschluss erfassen und dokumentieren konnte. Bisher werden die Daten händisch erhoben und in entsprechende Software umgetragen. „Die App war noch nicht fertig, aber hatte Potenzial“, erklärt Vieth. „Wir haben mit den App-Entwicklern und den Fachabteilungen die App getestet und mit den gesammelten Erfahrungen verbessert. Dabei hat Kolumbus den Dialogprozess gesteuert und begleitet, so dass die Fachabteilungen der drei Energieversorger die gemeinsam optimierte App eigenverantwortlich in ihren Teams einführen konnten. Heute wird sie im Regelbetrieb genutzt.“
„Manchmal drehen wir den Prozess auch um und fragen die Mitarbeiter konkret nach ihren Ideen und Nutzungsvorschlägen für noch neue Technologien oder Methoden, wie zum Beispiel Machine Learning“, ergänzt Conrad. „In diesen Workshops entstandene Vorschläge testen wir und stellen die Erfahrung wiederum allen Beteiligten zur Verfügung. So wächst ein riesiges Potenzial und ein schneller Lerneffekt für vier Unternehmen auf einmal.“

Potenzial bringt auch der Umzug von Kolumbus: „Wir wollen das leben, was wir unseren Kunden verkaufen“, sagt Innovationsmanager Hartmut Conrad. „Und das bedeutet regelmäßige Veränderung, damit daraus wieder Neues entstehen kann.“ Das Triple Z hat Kolumbus als Inkubator genutzt, um das neue Unternehmensmodell zu realisieren und als Unternehmen zu starten. Jetzt sei es Zeit für den nächsten Schritt – dafür geht das Team in der Essener Innenstadt als nächstes vor Anker.

Foto oben: Das Team von Kolumbus im ehemaligen Prüfstand-Gebäude.
Alle Bilder: Sascha Kreklau/Kolumbus