Die Fatih Moschee an der Schalker Straße, gleich gegenüber dem Triple Z, ist ein äußerst gut besuchtes Gebetshaus. Dem Türkische Moschee Essen-Katernberg e.V. gehören knapp 400 Familien an. Also rund 2000 Menschen, schätzt der Vorsitzende Özcan Akbasli. Zwar kommen zu den fünf täglichen Gebeten jeweils nur wenige Gläubige, „denn die meisten beten zu Hause oder während der Arbeit, falls das möglich ist.“ Zu den Freitagsgebeten jedoch und zu hohen Feiertagen füllt sich der große Gebetsraum unter der 15 Meter hohen Kuppel, denn die Moschee stehe selbstverständlich allen Gläubigen offen, nicht nur Vereinsmitgliedern.

Özcan Akbasli.

Aber auch außerhalb der Gebetszeiten empfangen Akbasli und die übrigen Vereinsmitglieder oft Besucher: „Pro Jahr kommen ungefähr 100 angemeldete Gruppen“, erzählt er. „Schulklassen zum Beispiel, die im Unterricht etwas über den Islam gelernt haben.“ Darüber hinaus gebe es vor allem in den Sommermonaten sehr viele spontane Besucher: Radfahrer auf der Route der Industriekultur etwa, die neugierig sind, wie es wohl unter der Kuppel aussieht.

Für alle, die  noch nicht hereingeschaut haben: Die Fatih Moschee ist in weitem Umkreis eines der schönsten islamischen Gebetshäuser. Die Wände sind komplett gefliest, die Kacheln verziert mit Ornamenten – vor allem in Blau und Weiß. Die Kuppel schmücken ebenfalls Ornamente sowie Verse aus dem Koran. Und in der Mitte hängt ein gewaltiger Leuchter mit 99 Lichtern. „Diese stehen für die 99 Namen und Eigenschaften Allahs“, so Akbasli. Bis zu anderthalb Stunden kann es dauern, wenn er durch die Moschee führt und solche Details erläutert.

Zeit, die er gerne opfert, denn am Miteinander der Kulturen und der Verständigung zwischen den Religionen liege ihm sehr viel. So gebe es regelmäßige Treffen mit den beiden christlichen Gemeinden Katernbergs, er engagiert sich im Integrationsrat der Stadt Essen und einmal im Jahr lädt der Verein zum „Tag der offenen Moschee“. Im kommenden Jahr dauert dieser „Tag“ sogar vom 18. bis zum 20. Mai. Am langen Pfingstwochenende rechnet man an der Schalker Straße mit besonders vielen Besuchern.

Die Fatih Moschee, betont Akbasli, finanziere sich ausschließlich durch Mitgliedsbeiträge des Vereins und werde unterstützt durch den Dachverband Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB). Umso beachtlicher, was der Verein hier geschaffen hat. Denn neben dem Gebetsraum gibt es auch einen großen Jugendtreff, den täglich mehrere Dutzend junger Katernberger nutzen, eine Wohnung für den Imam, ein Lebensmittelgeschäft und nicht zuletzt: „Jede Menge Parkplätze“, so Akbasli. Klingt vielleicht banal, aber „an fast allen anderen Moscheen gibt es viel zu wenige. Deshalb kommen oft auch Gläubige aus den Nachbarstädten zu uns.“