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Newsletter-Beitrag aus März 2010

 

W.S. übernehmen Sie

 

In den Regalen der Werkstoff Service GmbH im Gebäude 4 stapelt sich jede Menge Heavy Metal: Zahnräder, in deren Kränzen hässliche Lücken klaffen, defekte Nockenwellen aus dem Schiffsdiesel, ein undichtes Stück einer Druckluftleitung, Stahlzylinder mit rissigen Bruchstellen, Teile von Schienen, über die nie wieder ein  Zug rollen wird - ein Sammelsurium von Pleiten, Pech und Pannen. Und unter der großen Bandsäge in der Werkstatt wird zur Musik aus dem Radio gerade ein stählernes Eisenbahnrad „filetiert“, wie  Diplom-Ingenieur  Michael Unger es nennt: „Das Rad  hat einen zu hohen Verschleiß und eine Unwucht noch dazu - und jetzt will der Kunde von uns wissen, warum.“


 

Diplom-Ingenieurin Petra Feyer bei der Detektivarbeit.       Fotos: Schacht 11


Deswegen ist der Patient jetzt zur Autopsie freigegeben: Die runde Scheibe wird nach strikten  Vorgaben in kleine Einzelstücke zersägt, die dann zur weiteren Analyse ins Labor gleich nebenan gehen. „Akapumas“ nennen sich  die Mitarbeiter im Labor scherzhaft: Alles-kaputt-Macher. Dabei geht es bei der 2007 gegründeten Werkstoff Service GmbH eigentlich um das Gegenteil: Darum nämlich, Schäden zu vermeiden - ganz gleich, ob es sich  um Teile einer Brückenkonstruktion, einer Straßenbahn oder irgendeiner komplizierten Maschine handelt. Das Unternehmen hat sich darauf spezialisiert, „Werkstoffe auf ihre Gebrauchseige nschaften zu untersuchen“ - was  spannender ist, als diese eher nüchterne Selbstdarstellung vermuten lässt: Denn wenn ein Eisenbahnrad plötzlich nicht mehr rund läuft oder sich eine Pleuelstange mit laut vernehmbarem  „Krack“ in den Vorruhestand verabschiedet, ist die Frage nach dem „Warum“ nicht immer leicht zu beantworten: Stimmt die Konstruktion nicht? Wurden bei der Verarbeitung entscheidende Fehler gemacht? Hatte das verwendete Material nicht die geforderten Eigenschaften?


Selten nur geben die Proben, die Kunden aus ganz Deutschland in die Katernberger Straße 107 schicken, ihre Geheimnisse bereitwillig preis: „Im Grunde ist die Suche nach der Ursache reinste Detektivarbeit“, sagt Maschinenbauer Michael Unger, der bei der Werkstoff Service GmbH für Vertrieb und Einkauf zuständig ist. Und wie gute Kriminologen müssen sich die Techniker und Ingenieure der Werkstoff Service GmbH ganz allmählich an ihr Ziel herantasten. Dazu stehen im Labor verschiedene Mess- und Untersuchungsmethoden zur Auswahl: Ein Spektrometer etwa analysiert die chemische Zusammensetzung von Metallen, unter dem Mikroskop können Einschlüsse oder versteckte Risse sichtbar gemacht werden.


Mit einer hydraulischen Zugprüfmaschine lässt sich die Festigkeit eines Werkstoffes feststellen - eine echte Reißpobe: Bis zu 25 Tonnen Zugkraft zerren an einem einzigen Metallstück. Der Zeitpunkt, an dem das Material reißt, gibt ebenfalls wichtige Aufschlüsse über dessen Zusammensetzung. Bei den so genannten zerstörungsfreien Prüfverfahren hingegen wird z.B. mit Ultraschall, Wirbelstrom oder Magnetpulver nach Fehlerquellen gefahndet.


Steht das Untersuchungsergebnis fest, gilt es, ähnliche Schadensfälle in Zukunft zu vermeiden. Werkstoff Service berät seine Kunden deshalb unter anderem bei der Werkstoffauswahl, der Werkstoffprüfung und der Optimierung von Fertigungsprozessen.


Ein zweites wichtiges Standbein des Unternehmens, das zu den größten Mietern im Triple Z gehört, ist die berufliche Weiterbildung. So bietet Werkstoff Service sechsmonatige Qualifizierungsmaßnahmen an, in denen sich die Teilnehmer zu Materialprüfern oder Werkstofftechnikern, ausbilden lassen können.  Die Maßnahmen richten sich vor allem an Arbeitnehmer, die sich beruflich neu orientieren wollen. Ziel  ist die schnelle und nachhaltige Integration in den ersten Arbeitsmarkt.

 

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