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Newsletter-Beitrag aus Dezember 2012

 

sapor® - der Dreh mit der Seife

 

Sapor sapor® und das Triple Z – damit gingen für Constanze Schweizer zwei Wünsche in Erfüllung. Die Wirtschaftsjuristin sammelte umfangreiche Erfahrungen als Geschäftsführerin mehrerer Unternehmen der „Ophardt Hygiene-Technik“-Unternehmensgruppe, einem weltweit agierenden Ausstatter von öffentlichen Waschräumen und einem Spezialisten für Hygiene-Lösungen in Kliniken und öffentlichen Waschräumen. Ein spannender und aufreibender Job, der sie vor sechs Jahren an die Grenze ihrer Belastbarkeit führte, „denn ich habe einen angeborenen Herzklappenfehler“, erzählt die gebürtige Schwäbin. Die erzwungene Auszeit nach der Herzklappen-Operation verschaffte ihr Gelegenheit und Muße, sich neu zu orientieren. „Das Triple Z hatte ich dabei schon lange im Auge, mir gefiel der Standort.“ Zunächst hatte sie mit dem Gedanken gespielt, hier eine Handelsgesellschaft aufzuziehen, vertrieb eine Zeitlang Zahnimplantate und erfuhr schließlich von der Chance, sapor® übernehmen zu können. „Das hat mich sehr gereizt, denn erstens kannte ich die Branche gut und zweitens ist das weltweit einzigartige Nischenprodukt sapor® sehr bekannt. Im Bereich Trockenseifenspendern ist sapor® Weltmarktführer“.

 

Der Geschäftsbereich sapor® entstand ursprünglich bei der August Belz Apparatebau GmbH 1947 in Friedrichshafen am Bodensee. Belz, eine echte Unternehmer-Persönlichkeit, war ein Tüftler und Erfinder, meldete im Laufe seines Lebens rund 1000 Patente an. Zu den kommerziell erfolgreichsten gehört sapor®: Zu Stangen gepresste Seifenstücke, die durch Drehung einer Klingenscheibe zu feinen Flocken geraspelt werden. Damals eine revolutionäre Idee, die dem so genannten „Schiffelspender“ schwere Konkurrenz machte. Seit den 1920er-Jahren waren solche Kippkugeln mit Flüssigseife vor allem in Restaurant-Waschräumen verbreitet. Andernorts war ihre Verwendung jedoch problematisch, etwa in Eisenbahnwaggons: Wenn diese während des Winters einige Tage unbeheizt auf dem Abstellgleis stehen, gefriert die Seife und bringt den Spender schlimmstenfalls zum Platzen.

 

Großer Erfolg in Russland und Indien

 

„Das kann mit Trockenseife nicht passieren“, erwärmt sich Schweizer für ihr Produkt. „Deshalb sind wir auf dem russischen Markt auch sehr erfolgreich.“ Und nicht nur in den dortigen Bahnen, denn in dem riesigen Land werden derzeit flächendeckend nicht klimatisierte öffentliche Toiletten und Waschräume auf öffentlichen Plätzen errichtet – zum großen Teil ausgestattet mit sapor®-Produkten. Aber auch im anderen Klima-Extrem, etwa im feuchtheißen Indien, sei trockene Seife unschlagbar, denn sie lasse sich viel leichter transportieren und lagern. „Auch dort haben wir jetzt einen neuen Vertriebspartner gewonnen“, so Schweizer, die in letzter Zeit auf etlichen Messen und bei vielen anderen Gelegenheiten neue Kontakte geknüpft und viele alte wieder aufgefrischt hat.

 

Sapor

Und dies mit einigem Erfolg: Seit sie vor gut einem Jahr sapor übernommen hat, stieg der Umsatz bereits um 100 Prozent. Eine Rolle spielten dabei freilich nicht nur die Kontakte der neuen Inhaberin. sapor® hatte nach dem Tod des Erfinders in den 1970er-Jahren mehr und mehr Marktanteile eingebüßt. Unter anderem deshalb, weil das eigene Produkt nicht weiterentwickelt wurde: „Es gab zum Beispiel immer noch diese aus heutiger Sicht schrullige Beduftung der Trockenseife aus den 1960er-Jahren.“ Mit einer kleinen Laboranlage entwickelt und produziert Schweizer im Triple Z neue, zeitgemäße sapor®-Trockenseifen, um diese zu testen. Die besondere Herausforderung dabei: Nicht nur der Zeitgeist macht den Unterschied, auch regional können die Vorlieben stark variieren. „Araber bevorzugen meist sehr schwere orientalische Düfte, in Indien mögen die meisten Menschen Gewürzdüfte, und in Europa sind derzeit vor allem fruchtige Trockenseifen in Bio-Öko-Qualität angesagt.“ Constanze SchweizerUnabhängig von der jeweiligen Duftnote liege Trockenseife - aus dem Spender oder nach alter Väter Sitte am Stück - heute wieder stark im Trend. Nachhaltigkeit ist hier das große Stichwort, weiß Schweizer. „Denn wegen ihrer natürlichen Haltbarkeit muss den Seifenstücken nur sehr wenig Konservierungsmittel zugesetzt werden. Damit sind sie umweltfreundlicher und besser verträglich für die Haut als die meisten Flüssigseifen.“

 

Auf diesen Trend setzen auch neue Produkte, die sapor® derzeit für private Nutzer entwickelt: Taschenseifenspender für unterwegs etwa oder auch Spendersysteme, die sich mit jeder beliebigen  Trockenseife füllen lassen – nicht nur mit den passgenauen sapor®-Quadern. Spender und Seifen werden derzeit noch an unterschiedlichen Standorten produziert. Insbesondere ist eine lokale Produktion von Trockenseife sehr sinnvoll, vor allem auf den weit entfernten Märkten wie Russland, Dubai und Indien. Zum Teil sei dies auch historisch gewachsen und werde sich eventuell nach und nach ändern. „Gut möglich, dass ich in ein paar Jahren auch hier eine kleine Produktionsstätte einrichte“, so Schweizer. Hier im Triple Z, das nicht nur eine klangvolle Adresse, eine verkehrsgünstige Lage und eine reizvolle Bausubstanz hat, wie sie inzwischen weiß: „Auch die Nachbarschaft ist großartig.“ Sie weiß den kurzen Weg zu vielen Ihrer im Triple Z ansässigen Dienstleister sehr zu schätzen. Als zum Beispiel ihre große, schwere Laboranlage geliefert wurde, „war es kein Problem, nebenan einen Gabelstapler dafür auszuleihen. Das gibt es so kein zweites Mal.“

 

Kontakt

  • Sapor GmbH
  • Constanze Schweizer
  • Katernberger Straße 107
  • 45327 Essen
  • Raum: G8 DG 17-18
  • Tel.: 0201 / 279 892 25
  • www.sapor.de
  • info@sapor.de
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