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Newsletter-Beitrag aus Dezember 2011

 

"2 Sprachen - 1 Ziel" und viele Wege zur eigenen Firma

 

Als Berater und Coach für Unternehmensgründer ist Utku Kaynar eine der tragenden Säulen des Triple Z-Beraterteams, steht regelmäßig für kostenlose Erstberatungen zur Verfügung. Sein Dienstleistungsangebot ist aber noch weit vielfältiger. So ist der gebürtige Türke auch staatlich anerkannter Dolmetscher und übersetzte schon Texte für türkisch-stämmige Fußball-Stars. Sein Firmenlogo ist eine Brücke - aber das ist auch schon alles, was noch entfernt an Utku Kaynars Bauingenieurs-Studium erinnert. „Einen Abschluss habe ich letzten Endes zwar noch gemacht“, erinnert sich der 41-Jährige an seine Zeit an der Uni Essen. Aber schon damals sei ihm völlig klar gewesen, dass er nicht als Ingenieur arbeiten würde.

 

Utku Kaynar übersetzte bereits Internetseiten für türkischstämmige Fußball-Stars.                                                               Foto: Schacht 11

 

Dennoch die Brücke, die jedoch keineswegs als konkretes Bauwerk steht sondern vielmehr als Symbol für die Tätigkeiten Kaynars: Er hilft, Hindernisse auf dem Weg in die unternehmerische Selbstständigkeit zu überwinden. Seit 2004 bietet er zusammen mit dem Triple Z, der Essener Wirtschaftsförderung und dem Büro für Stadtentwicklung die regelmäßigen Gründersprechtage an. Ein kostenloser Service für all jene, die mit dem Gedanken spielen, ihr eigenes Unternehmen zu gründen. Hier geht es darum, die Zaghaften zu ermutigen und die allzu Euphorischen auf den Boden der Tatsachen zu holen. Denn grundsätzlich hält Kaynar Unternehmensgründungen zwar für wichtig und gut, aber ohne tragfähigen Businessplan, ohne eine positive Prognose habe dieser Schritt natürlich keinen Wert – im Gegenteil.

 

Übersetzer für Fußball-Stars

 

Schon an diesem frühen Punkt der Planung gebe es einen deutlichen Unterschied der Mentalitäten, weiß der gebürtige Türke, der seit seinem 15. Lebensjahr in Deutschland lebt: „Deutsche sind in aller Regel zurückhaltend, schöpfen jede denkbare Informationsquelle aus, bevor sie einen ersten Schritt wagen“, fasst Kaynar seine Erfahrungen zusammen. „Südländer hingegen gründen aus dem Bauch heraus und neigen dazu, sich zu überschätzen.“ Deshalb sei auch die Zahl der Jung-Unternehmer mit Migrationsgeschichte überdurchschnittlich hoch, allerdings sei hier auch die höchste Zahl der Insolvenzen zu beklagen. Mit seinen Beratungs- und Coaching-Angeboten will Kaynar gegensteuern.

 

Rund zwei Drittel seiner Kunden sind ausländischer Herkunft. Was keineswegs an Kaynars Kunden-Akquise liegt, vielmehr suchen die Firmen-Starter ihn gezielt aus: „Existenzgründungs-Berater mit Migrationshintergrund sind nach wie vor rar. Und offensichtlich fällt es gebürtigen Tunesiern, Marokkanern oder Türken leichter, ihre Pläne mit mir zu besprechen. Aufgrund der interkulturellen Kompetenzen. Die bekommt man praktisch in die Wiege gelegt, wenn man sich in beiden Kulturen wohl fühlt. Aber auch Gründer ohne Migrationshintergrund fühlen sich bei mir wohl. Zusammenfassend kann gesagt werden: Jeder gründet anders. Individuell, unabhängig von der Herkunft. Viel wichtiger ist es, die notwendige Vertrauensbasis aufbauen zu können.“

 

Kaynars „zwei Sprachen“ aus dem Firmennamen sind Deutsch und Türkisch, und beide haben nur indirekt mit seiner Beratertätigkeit zu tun. „Aber ich bin auch staatlich anerkannter Übersetzer und Dolmetscher“, sagt er nicht ohne Stolz. Immerhin ist er darin so gut, dass er die Internetseiten der Fußball-Stars Mesut Özil, Nuri Şahin und Hamit Altintop übersetzte. Jedenfalls bis zu deren Wechsel nach Spanien. Speziell die Presse-Mitteilung zu Mesut Özils Entscheidung, nicht für die türkische sondern für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft zu spielen, habe sehr viel Feingefühl des Übersetzers erfordert, erinnert er sich.

 

Dialog-Projekte an Schulen

 

Ob seine beiden Kinder diesem Beispiel einmal folgen werden, ist zwar noch ungewiss, denn die sind gerade fünf und sieben Jahre alt. Gute Voraussetzungen für eine Dolmetscher-Karriere bekommen sie aber, denn „die beiden wachsen zweisprachig auf". Die türkische Sprache sei ihm auch deshalb wichtig, weil er die familiären Bindungen in die Türkei pflegt. Sein Vater und seine Mutter, beide sind Lehrer, arbeiten zwar nach wie vor in Deutschland. Dennoch gibt es in der Türkei noch genügend weitere Verwandtschaft, die die Kaynars aus Essen alle zwei Jahre besuchen.

 

Nicht nur durch Übersetzungen schlägt Kaynar Brücken zwischen den Kulturen, ein weiteres berufliches Standbein sind für ihn Integrationsprojekte. So hat er mit der Bundeszentrale für politische Bildung und der „Regionalen Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien" (RAA) ein „Dialogprojekt“ in siebten Klassen einer Hauptschule durchgeführt. Drei Jahre lief das Modellprojekt - und zeitigte gute Erfolge: Am Ende fanden überdurchschnittlich viele Schulabgänger aus den Projektklassen einen Ausbildungsplatz.

 

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