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Dezember 2015

Unternehmen im Triple Z

2 Sprachen - 1 Ziel und viele neue Wege zum eigenen Unternehmen


Aus der Arbeitslosigkeit in die erfolgreiche unternehmerische Selbstständigkeit: Um sich diesen Traum zu erfüllen, brauchen die meisten Menschen Fort- und Weiterbildung, Beratung und Unterstützung. Förderungen dafür kann es von der Arbeitsagentur geben – allerdings haben sich die Voraussetzungen geändert. D. Utku Kaynar, Berater, Coach und Gründungsmitglied des Triple Z-Beratungsteams, hat sich entsprechend zertifizieren lassen. Und kombiniert mit neu geprüfter Qualität seine langjährig bewährten Starthilfen.


AZAV und AVGS – hinter beiden AbkürzungenD. Utku Kaynar verbergen sich Wege, Förderungen für den Schritt aus der Arbeitslosigkeit in die unternehmerische Selbstständigkeit zu bekommen. Die haben sich seit 2012 geändert. Wie? Das kann der langjährige Coach und Berater D. Utku Kaynar ganz genau erklären. Denn obwohl er bereits hunderte von Existengründungen erfolgreich unterstützt hat, musste der 45-jährige Diplom-Ingenieur jetzt erneut die Schulbank drücken. "AVGS ist ein Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein, den die Agentur für Arbeit seit April 2012 ausgibt. Neu hierbei ist, dass Maßnahmen zur Heranführung an eine selbstständige Tätigkeit ebenfalls gefördert werden können", erklärt Kaynar. "Mit diesem Gutschein können Arbeitslose einen Bildungsanbieter oder Berater bezahlen. Allerdings nur dann, wenn er sich hat zertifizieren lassen. Das habe ich getan."

Eine Menge Arbeit habe es ihn gekostet, das geforderte Handbuch zum Qualitätsmanagement nach Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung – AZAV zu erstellen. Zudem wurde seine Beratungsfirma 2 Sprachen – 1 Ziel, die seit fast zwölf Jahren im Triple Z zu Hause ist, auf Herz und Nieren geprüft – in Theorie und Praxis. "Eine Auditorin hat mir bei der Arbeit auf die Finger geschaut, die Qualitätsstandards der Projekt-, Wertschöpfungs- und Unterstützungsprozesse hinterfragt und auch die Räumlichkeiten geprüft. Da ging es zum Beispiel auch um Fluchtwege und Brandschutz. Damit war zum Glück alles tipptopp in Ordnung – das ist einer der Vorteile, wenn man sein Büro im Triple Z hat." Auch ansonsten fand die Prüferin nichts zu bemängeln und Kaynar erhielt sein Zertifikat.

Zugelassene Maßnahmen nach AZAV

Hat es schon etwas gebracht? "Die eigene Arbeit Schritt für Schritt zu hinterfragen und zu analysieren, bringt tatsächlich eine verbesserte Struktur in die Tätigkeit. Aber davon abgesehen war die Zertifizierung auch die Wertschätzung der eigenen Arbeit. Es tut gut, bestätigt zu bekommen, dass die Angebote für Gründungen aus der Arbeitslosigkeit den Qualitätsstandards nach AZAV überdurchschnittlich stand halten."

Qualität, die Geld kostet - und das ist bei Gründungen aus der Arbeitslosigkeit in aller Regel knapp, so dass kaum eigene Mittel für professionelle Starthilfen zur Verfügung stehen. Nötig haben eine solche Hilfe aber fast alle, wenn es zum Beispiel um die Rentabilitäts- und Liquiditätsplanung geht. "Das wurde ja vom Gesetzgeber durchaus erkannt", so Kaynar. "Und deshalb wurden Maßnahmen zur Heranführung an die selbstständige Tätigkeit in die AZAV aufgenommen. Jetzt muss die Theorie lediglich in die Praxis umgesetzt werden."

Zaghafte ermutigen, allzu Euphorische bremsen

Kaynars Betreuung setzt bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt ein: bei der Eignungsfeststellung. Bringen die angehenden Unternehmer überhaupt die persönlichen und fachlichen Voraussetzungen mit, hat die Geschäftsidee Aussicht auf Erfolg? Schon wenn diese Fragen geklärt werden, sei es äußerst wichtig, eine intensive Vertrauensbasis aufzubauen. Zudem gebe es neben der Unterstützung in praktischen Dingen auch ein individuelles Coaching: Die Zaghaften gilt es zu ermutigen und die allzu Euphorischen auf den Boden der Tatsachen zu holen. Denn grundsätzlich hält Kaynar Unternehmensgründungen zwar für wichtig und gut, aber ohne tragfähigen Businessplan, ohne eine positive Prognose, habe dieser Schritt natürlich keinen Wert – im Gegenteil.

Schon an diesem frühen Punkt der Planung gebe es einen deutlichen Unterschied der Mentalitäten, weiß der gebürtige Türke, der seit seinem 15. Lebensjahr in Deutschland lebt: "Deutsche sind in aller Regel zurückhaltend, schöpfen jede denkbare Informationsquelle aus, bevor sie einen ersten Schritt wagen", fasst Kaynar seine Erfahrungen zusammen. "Im Vergleich sind Südländer eher risikofreudig und gründen eher aus dem Bauch heraus und neigen dazu, sich zu überschätzen." Deshalb sei auch die Zahl der Jung-Unternehmer mit Migrationsgeschichte überdurchschnittlich hoch. Allerdings sei hier auch eine hohe Zahl von Insolvenzen zu beklagen. Diese Statistik deckt sich mit den eigenen Erfahrungen. Und wird durch aktuelle Untersuchungen bestätigt - etwa durch den Gründerreport des DIHK und den Gründungsmonitor der KfW.

Eine besondere Stärke: die interkulturelle Kompetenz

Rund zwei Drittel seiner Kunden haben einen Migrationshintergrund, was keineswegs an Kaynars Kunden-Akquise liegt. Vielmehr suchen Firmen-Starter ihn gezielt aus: "Existenzgründungs-Berater mit interkulturellen Kompetenzen sind nach wie vor rar. Und offensichtlich fällt es gebürtigen Tunesiern, Polen, Ivorern oder Türken leichter, ihre Pläne auf Deutsch mit mir zu besprechen. Vielleicht auch ein Stück weit wegen meiner Herkunft. In erster Linie jedoch auf Grund meiner Lebenseinstellung. Ein Migrationshintergrund bringt nicht automatisch auch interkulturelle Kompetenz mit sich. Die bekommt man, wenn man sich in beiden Kulturen wohl fühlt. Aber auch Gründer ohne Migrationshintergrund fühlen sich bei mir wohl. Vielfalt wird bei uns nicht als Problem gesehen, sondern als Bereicherung der Gesellschaft. Somit leisten wir schlicht und einfach unseren Beitrag zur Integration."

D. Utku KaynarAls Berater und Coach für Unternehmensgründer ist Utku Kaynar eine der tragenden Säulen des Triple Z-Beraterteams, steht regelmäßig für kostenlose Erstberatungen zur Verfügung. Seit 2004 bietet er zusammen mit dem Triple Z, der Essener Wirtschaftsförderung und dem Büro für Stadtentwicklung die regelmäßigen Gründersprechtage an. Ein kostenloser Service für all jene, die mit dem Gedanken spielen, ihr eigenes Unternehmen zu gründen.

 

 

Foto oben: Yannik Willing/Triple Z AG
Foto unten: Rafael Schall/Triple Z AG
 

2 Sprachen - 1 Ziel

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