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Triple Z-Unternehmer fördern Kunst

 

 

Im Jahr 2003 wurde der Stellwerk Zollverein e.V. gegründet - unter der ehrenamtlichen Leitung von Unternehmern des Gründungs- und Unternehmenszentrums Triple Z. Ziel des Vereins war die Förderung von bildenden Künstlern aus dem Ausland.

Das Stellwerk auf dem Gelände des Triple Z, das früher den Schienenverkehr auf dem Gelände der Zeche Zollverein 4/5/11 regelte, war vorab im Rahmen einer Qualifizierungsmaßnahme von Jugendlichen zu einem Künstleratelier mit Wohnraum umgebaut worden. Bis 2010 vergab der Verein insgesamt vier Stipendien an Menschen aus aller Welt, die das Gebäude als Atelier nutzten und verschiedenste Kunstprojekte umsetzten.

Der Stellwerk Zollverein e.V. wurde Anfang des Jahres 2014 nach über zehn erfolgreichen Jahren aufgelöst.

 

 

 

1. Stipendium: "Neuland betreten"


Für das Stipendium unter dem Motto "Neuland betreten" bewarben sich im Gründungsjahr des Vereins über 120 bildende Künstler. Der Jury gehörten der Kunstsammler Ulrich Ströher, der Essener Galerist Gerd Schütte, der Künstler Prof. Carl Emanuel Wolff, der Kunsthistoriker Prof. Dr. Joachim Petsch und der Vorstand des Stellwerk Zollverein e.V., Dirk Otto, an. Ihre einstimmige Wahl fiel auf die Fotografin Laura Ribero aus Kolumbien.


Im Oktober 2004 trat sie ihr viermonatiges Stipendium im renovierten Stellwerk an. Während dieser Zeit konzentrierte sich Laura Ribero auf das städtische Umfeld ihres Ateliers. In ihren Augen zeigt der Nord-Süd-Verlauf der Straßenbahnlinie 107 ein soziales Gefälle innerhalb der Stadt auf. Die Fahrt vom gutbürgerlichen Süden zum Weltkulturerbe Zollverein mündet in der Mitte des Stadtteils Katernberg, wo seit Schließung der Industrieanlagen die Umbrüche des Strukturwandels besonders markant sind.


Die Fotografien von Laura Ribero zeigten charakteristische Wohn- und Lebensumstände, Stadtteilbewohner, Architektur und Natur, wobei sie ihre Motive in Anlehnung an den Kinderbuchklassiker "Alice im Wunderland" arrangierte. Ihre Ausstellung "Looking for Wonderland – Auf der Suche nach dem Wunderland" war in einem Ladenlokal in Essen-Stoppenberg zu sehen.

 

 

 

2. Stipendium: "Import-Export: Blickwechsel zwischen Japan und Deutschland"


Die Entscheidung für das zweite Atelierstipendium fiel auf den japanischen Foto- und Installationskünstler Tatsuya Higuchi. In der Fachjury saßen der Kunstsammler Ulrich Ströher, Roger Schimanski von der Galerie Heimeshoff in Essen, Andreas Dunkel vom Stellwerk Zollverein e.V. und zwei Künstler mit guten Kontakten nach Japan: Stefan Pietryga und Christoph Platz.

 

Tatsuya Higuchi arbeitete 2005 fünf Monate im Stellwerk des Triple Z. Sein Projekt trug den Titel der "Gewöhnliche Weg der Frau.../ des Herrn...". 16 Essener zeigten dem Künstler einen Weg innerhalb Essens und erklärten, warum diese Strecke eng mit ihrem Leben verknüpft ist. Tatsuya Higuchi fotografierte die Wege und ergänzte die Bilder um Legenden, die die Geschichten dahinter vorstellbar machten. Seine Ausstellung war in Halle 12 des Welterbes Zollverein in Stoppenberg zu sehen.

 

 

 

3. Stipendium: "Grenzerfahrungen und Identitätserweiterungen des europäischen Bewusstseins zwischen Ost und West"


Sechs Monate lang arbeitete die Künstlerin Iwona Liegmann aus Polen im Stellwerk-Atelier. Während ihres Projekts "Zwerge – Dwarves" war sie dem deutsch-polnischen Kulturgut, dem Gartenzwerg, auf der Spur.


Die Verbindung zu den Stipendiums-Themen Grenzerfahrungen, Identitätserweiterungen und EU-Osterweiterung, ergab sich aus dem deutsch-polnischen Warenverkehr von Gartenzwergen: Die Serienfertigung der ersten Tonfiguren, die dem "deutschen Michel" ähnelten, begann zwar in Thüringen, Mitte der 1990er produzierten aber mehr als 300 polnische Betriebe Gartenzwerge für den deutschen Markt.


Die Künstlerin arbeitete mit gespendeten Zwergen und Flohmarkt-Fundstücken. Den Figuren schob sie ein "verborgenes Privatleben" unter und kreierte eine Essener Zwergen-Saga: Nach der Schließung der Zeche Zollverein seien die Zwerge allesamt arbeitslos geworden. Wie sich das Zwergen-Leben seitdem entwickelte, fabulierte Iwona Liegmann in Gemälden, Objekten und Texten, die mit Musik hinterlegt wurden. Ihre Ausstellung war im November 2006 im "Forum Kunst und Architektur" in Essen zu sehen.

 

 

 

4. Stipendium: "Mein Projekt 2010"


Unter dem Motto "Mein Projekt 2010" wurden Schüler aus dem gesamten Ruhrgebiet eingeladen, sich mit ihren eigenen Visionen zum Kulturhauptstadtjahr beim Stellwerk Zollverein e.V. zu bewerben. Die Gewinner des Juryverfahrens bezogen ab Februar das Atelier im ehemaligen Stellwerk. Neun Monate lang setzten sie in insgesamt vier Einzel- und Gruppenprojekten ihre künstlerischen Vorhaben zum Thema "Kulturhauptstadt" um, darunter Fotoprojekte, Gemälde und Objektinstallationen.

Ihre Arbeiten wurden Ende 2010 in der Lohnhalle des Triple Z präsentiert.

 
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