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05.10.2015

 

"Nicht nur schnippeln"

 

Koch-Azubi Gustavo Rojas aus Chile lernt vier Monate im Bistro Kanne Lohni

 

Als Gustavo Rojas nach Deutschland kam, sprach er kein Wort Deutsch und kannte weder Busse noch Bahnen. In seinem Geburtsort, dem Dorf El Salvador in Chile, fahren nur Autos. "Die Großstadt Essen war ein absoluter Schock für mich", erzählt der damals 15-Jährige. Mit seiner Mutter und dem jüngeren Bruder zog Gustavo Rojas vor acht Jahren zu seinem deutschen Stiefvater nach Altenessen.

 

Heute ist Gustavo Rojas 23 Jahre alt, hat den Hauptschulabschluss gemacht und ist in der Ausbildung zum Koch im Louise-Schröder-Sozialzentrum der AWO. Weil er in dem Katernberger Pflegeheim z.B. das Kochen à la Carte nicht lernen kann, macht er mehrere Praktika – momentan für insgesamt vier Monate in der Küche des Bistro Kanne Lohni. Hier kocht er für das Mittags-Buffet und hilft, wo er kann.

"Dabei muss ich zum Glück nicht nur spülen oder schnippeln", erzählt Gustavo Rojas. "Das Team ist sehr hilfsbereit und ich lerne viel." Dafür sorgt auch Koch Roland Keller, der zwischendurch extra Lehreinheiten wie die fachgerechte Zerlegung einer Schweineschulter in die Ausbildung einbringt.

 

Dass er heute Schweineschulter zerlegt und schon übernächstes Jahr gelernter Koch sein wird, hätte Gustavo Rojas als Jugendlicher nicht gedacht. In seiner Heimat Chile wollte er Bergbau-Ingenieur werden und in der Kupfer-Produktion arbeiten. "Ich bin aber froh, dass es anders gekommen ist. Ich koche gern und fühle mich mittlerweile auch in Deutschland sehr wohl", sagt Gustavo Rojas. Bevor er seine Ausbildung abschließt, wird er im nächsten Jahr noch einmal für einige Monate im Bistro Kanne Lohni arbeiten. Danach hofft er auf eine Übernahme als Koch im Louise-Schröder-Sozialzentrum.

 

Was für gesunde Menschen wie Gustavo Rojas zur Koch-Ausbildung gehört, ist für andere ein wichtiger erster Schritt in ein selbständiges Leben. Das ZIFF im Triple Z, das das Bistro betreibt, bietet auch förderbedürftigen Jugendlichen Praktikumsplätze. Bis zum Sommer halfen drei Jugendliche in der Küche und im Service des Bistros. Damit unterstützt das ZIFF die Arbeit der Prof. Dr. Eggers-Stiftung in Essen, die sich für eine optimale Betreuung und Förderung psychisch erkrankter junger Menschen einsetzt. "Das Engagement des Bistro-Teams ist keine Selbstverständlichkeit", sagt Silke Kastlan von der Prof. Dr. Eggers-Stiftung. "Die meisten unserer Schützlinge sind während ihrer Schulzeit erkrankt und haben keine Erfahrung im Berufsleben. Die warmherzige Art des Bistro-Teams hat unseren Praktikanten sehr geholfen, sich wohl zu fühlen."

 

 

Fotos: Thomas Sell
 

Bistro Kanne Lohni

  • in der Lohnhalle / G 1

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