Leben im Zentrum
Fasziniert vom Triple Z

Extremer Fachkräftemangel und eine insgesamt immer noch unzureichende Beratungssituation für Existenzgründer – diese zwei Punkte standen ganz oben auf der Themenliste der Triple-Z-Mieter. Ihre Gesprächspartner: Essens Oberbürgermeister Reinhard Paß und Dr. Dietmar Düdden, seit Januar 2011 Geschäftsführer der Essener Wirtschaftsförderungsgesellschaft (EWG). Beide standen den Unternehmern am 30. Juni im ZukunftsZentrumZollverein Rede und Antwort. Auftakt einer künftigen Reihe von Firmenbesuchen im Stadtgebiet.

Während seiner Stippvisite im Januar hatte der Oberbürgermeister bereits einen weiteren Besuch im Triple Z angekündigt; jetzt löste Paß sein Versprechen ein – und zeigte sich ein weiteres Mal beeindruckt vom Gründerungs- und Unternehmenszentrum: „Triple Z bietet sehr unterschiedlichen Branchen eine Heimat. Aber man trifft immer auf typische Unternehmer, die extrem engagiert sind. Ich bin immer wieder fasziniert vom Reichtum der Ideen und Innovationen, die mir hier präsentiert wurden.“ Zu Gast war der Oberbürgermeister vor seinem Gesprächstermin mit Triple Z-Mietern bei den Unternehmen „Via Cargo Logistics“, „Siloxa“ und „Head at work“. Sein Fazit: Gerade Gründer sowie kleine und mittlere Unternehmen sorgen für Arbeitsplätze, „deshalb müssen wir diesen Sektor in unserer Stadt gut steuern“. Man benötige zwar „nicht gleich zwei oder drei Triple Z, um den Gründungsgedanken in der Stadt voranzutreiben, aber das Grundprinzip, die professionelle Unterstützung, die hier stattfindet, benötigt man schon, damit sich etwas tut“. Ähnlich auch das Resümee Dietmar Düddens, der insbesondere die Beratungssituation und die Kooperationen zwischen den Triple Z-Unternehmen lobte: „Gäbe es hier nur ein kaltes, emotionsloses Nebeneinander, wäre der Zweck eines Gründerzentrums nicht erreicht.“

Fakt: Bereits seit 2004 bietet das ZukunftszentrumZollverein in Kooperation mit der EWG regelmäßig Gründungs- und Unternehmens-Sprechstunden an, direkt auf dem Gelände in Katernberg, aber auch im Rathaus in der Innenstadt. Hinzu kommt seit 2010 ein aus Triple-Z-Unternehmern zusammengestelltes „Beratungsteam“, das Existenzgründern frei nach dem Motto „Experten beraten Anfänger“ individuelle Unterstützung bietet. Dennoch sei das Thema „Existenzgründer“ in Essen noch lange nicht ausgereizt, kritisierte etwa Dipl.-Ing. Utku Kaynar („2 Sprachen/1 Ziel“): „Die Beratungssituation hier ist vielleicht einmalig, sollte aber nicht die Regel sein, da ist von städtischer Seite wirklich noch viel zu leisten. Etwa, was Gründungen aus der Arbeitslosigkeit heraus oder mit Migrationshintergrund angeht.“ Die Probleme: mangelnde Vernetzung der einzelnen Institutionen und fehlende Einbindung von Experten aus der Praxis. Schwachpunkte, die auch Düdden einräumen musste: „Zumindest auf den ersten Blick ergänzt sich die Gründungsberatung in Essen noch nicht so gut, wie das in anderen Kommunen der Fall ist. Hier muss die EWG mittelfristig ansetzen.“

Neben Starter-Problemen plage junge und kleine Unternehmen, so Wolfgang Doczyck („Siloxa“), jedoch noch ein deutlich gravierenderes Problem: zunehmender Fachkräftemangel. Und dies durchaus auch aus der Konkurrenzsituation heraus: „Gerne würde ich auf ältere Langzeit-Arbeitslose zurückgreifen, schon allein wegen deren Erfahrung. Doch meist schweben da Gehaltsvorstellungen im Raum, die ich mir bei der Größe meiner Firma einfach nicht leisten kann.“ Zusehends verschiebe sich die Situation schlicht dahin, dass sich ein Unternehmen um Fachkräfte bewerbe - und nicht andersherum; „und dabei bleibe selbst ich mit meinem etablierten Unternehmen viel zu oft auf der Strecke“.

Knackpunkt Nummer zwei: die Qualifikation der jungen Bewerber. Hier, bemängelte Thomas Thimm (Elmec GmbH), zählten viel zu oft die trockenen Fakten statt der persönlichen Fähigkeiten: „Ich hatte eine Bewerbung auf dem Tisch, die wir unter normalen unternehmerischen Aspekten eigentlich hätten wegwerfen müssen. Im Rahmen eines berufsbegleitenden Praktikums haben wir den jungen Mann dann trotzdem eingestellt – und er hat sich top gemacht und verdient in der Praxis eine glatte Eins.“ Sein Appell: Auch geringer qualifizierten Jugendlichen, gerade im Stadtteil Katernberg, müsse eine Chance gegeben werden. Eine Möglichkeit: die Einrichtung einer weiteren Planstelle auf Triple Z – beispielsweise für einen Industriemeister, der eine berufsbegleitende Ausbildung vorantreibe. Die Vorteile eines solchen Arrangements erkannte auch de Oberbürgermeister: „So ließe sich das Risiko, das jetzt eine einzelne Firma trägt, indem sie einen solchen Jungen fördert, auf mehrere übertragen, die dann aber auch von der Situation profitieren und sich eigene Fachkräfte heranziehen können“.

Ein Vorschlag, der die volle Zustimmung des Oberbürgemeisters fand: „Die Idee ist gut. Man muss allerdings auch deutlich machen, dass einige Aspekte nicht unberücksichtigt bleiben können. Insbesondere die schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen führen dazu, dass wir nicht einfach so nebenbei eine weitere Stelle einrichten und bezahlen können.“ Paß sicherte jedoch zu, dass mit der kommunalen Umstrukturierung der Jobvermittlung ab 2012 gerade dem Thema Ausbildung/Berufsförderung eine stärkere Bedeutung zukommen werde: „Man darf bei jungen Menschen zwischen Schule und Beruf kein Loch lassen.“

Derweil sprang Werner Dieker, Aufsichtsratsvorsitzender der Triple Z AG für den OB in die Bresche – und sicherte Thimm zu, das Thema berufsbegleitende Praktika im Aufsichtsrat zu diskutieren. Und auch der stellvertretende Zentrumsleiter Stefan Kaul versicherte: „Wir sind prinzipiell zu jeder Schandtat bereit. Wenn die Firmen ebenfalls mitmachen.“

 


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