Aus der Nachbarschaft

Arbeiten an einer Sehenswürdigkeit - Radwege am Triple Z

Blauer Himmel, die ersten warmen Tage - schon nimmt die Verkehrsdichte auf dem Radweg hinterm Triple Z merklich zu. Viele rollen achtlos vorbei. Etliche Gruppen bleiben jedoch stehen und lassen sich von Gästeführern wie Franz-Josef Vienken erklären, wie das früher war: Malochen auf dem Pütt, in dem heute junge Unternehmen neue Arbeitsplätze schaffen.


Franz-Josef Vienken vor der Lampenstube

Franz-Josef "Edda" Vienken ist einer der Zollverein-Veteranen, die nach dem Aus der Kohleförderung eine neue Beschäftigung suchten - und als Gästeführer fanden. "Am 1. November 1995 habe ich aufgehört zu arbeiten", erzählt der ehemalige Reviersteiger im Förderbetrieb. Damals war die Kohleförderung auf Zollverein seit fast zehn Jahren Geschichte. "Und ich war 53 Jahre alt, viel zu jung für den Ruhestand und bin zu Hause meiner Frau auf die Nerven gegangen." Also suchte sich Vienken einen Nebenjob, den er schließlich als Gästeführer fand.

Gästegruppen aus ganz Deutschland

Andere Kumpel hatten damit bereits viel früher begonnen, denn spätestens seit klar war, dass Zollverein schließt, erwachte bei vielen ein ganz neues Interesse am Bergbau. "Anfangs kamen deshalb vor allem Gäste aus der näheren Umgebung, aber inzwischen kommen Menschen aus ganz Deutschland, um sich die Zeche und die Kokerei anzuschauen." Vienken allein macht 20 bis 25 Führungen pro Monat, davon während der Sommermonate zwei bis drei längere Touren mit dem Rad durch den Essener Norden und am Triple Z vorbei. Insgesamt gibt es mehr als 100 Fremdenführer, die das Welterbe und die nähere Umgebung mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten präsentieren: Natur, Kunst, Architektur... "Und ich erzähle den Leuten Geschichten aus meiner Kindheit und aus dem früheren Arbeitsleben."

Franz-Josef Vienken vor der Lampenstube

Für den neuen Job gebüffelt

Und das wird nicht langweilig, jeden Monat 20 bis 25 Mal das gleiche zu erzählen? "Nein, so ist das ja auch gar nicht. Die Leute stellen immer andere Fragen, jede Tour ist ein bisschen anders." Die einen interessieren sich eher dafür, was aus den ehemaligen Bergleuten geworden ist, andere stellen Fragen zum Arbeitsalltag und darüber, wie gefährlich die Arbeit unter Tage war und wieder andere staunen über das Freizeitangebot früherer Tage: Ein kleines Stück hinter der Moschee gab es links vom heutigen Radweg ein Ausflugslokal mit Schießständen, Kahnfahrten, Karussel und Live-Musik - "an Wochenenden war da immer was los." Zudem erzähle er nicht nur aus eigenem Erleben. "Ich musste erstmal eine Menge lesen und habe selbst noch viel Neues gelernt."

Das Freibad vor und der Äquator hinter dem Triple Z

Auf der Zollverein-Schachtanlage 4/5/11, dem heutigen Triple Z, hat Edda Vienken zwar nie selbst gearbeitet, dennoch kennt er den Pütt recht gut. "Ein Onkel von mir war hier nämlich Betriebsführer." Und nicht zuletzt gab es dort, wo heute vor dem Prüfstand Autos parken, das einzige Freibad weit und breit. "Wenn es da zu voll war - und das war es an heißen Sommertagen fast immer - blieb nur der Sprung in den Kanal. War ja eigentlich verboten. Und weil man oft ölverschmiert aus dem Wasser kam, gab es außerdem Ärger zu Hause."

Die übliche Radtour durch den Essener Norden beginnt am Schacht XII, führt zur Kokerei, durch die typische Zechensiedlung an der Meerbruchstraße und zum Triple Z. "Gleich hinter dem Zentrum frage ich die Leute immer, ob sie den Huckel gespürt haben. Da fährt man nämlich über den Äquator, der uns fröhliche Rheinländer von den Westfalen trennt." Nach dem Abstecher ins Nachbarland geht es schließlich im Bogen zurück zum Welterbe. Vorbei an der Weide, auf der sich die Grubenpferde erholen konnten, vorbei an den Kirchen, die viel enger mit der Zeche verbunden sind, als man glaubt und durch weitere Zechensiedlugen mit ihren zahllosen Geschichten. Welche Edda Viencken erzählt? Kommt drauf an, welche Fragen Sie stellen.   


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